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Handwerk  

Wipperfürth's Handwerker

Als sich Wipperfürth zur Stadt entwickelte bildeten sich auch hier besondere Handwerkerstände, dessen Vertreter sich nach mittelalterlicher Sitte zu "Zünften" oder "Ämtern" zusammenschlossen und sich teilweise wegen ihres religiösen Charakters auch "Bruderschaften" nannten so z.B.

Die Schneider:
Die Wipperfürther Schneider fertigten als Spezialität sogenannte "Kariken" an, eine Art Kaisermantel mit großem Überkragen, die weithin bis ins Münsterland vertrieben wurden.

Die Schmiede:
Sie bildeten eine der frühesten Zünfte, die sich aber auch früh wieder auflöste. Erst 1717 beantragten die Schmiede die Wiedererneuerung ihrer "uralten" Zunft.

Die Schuster:
Sie hatten zusammen mit den berufsverwandten Löhern und Gerbern ebenfalls eine Zunft, die „schoemecherbroderschap“ oder „fraternitas sutorum“ genannt wurde. Leider ist kein Zunftbuch mehr vorhanden, das uns Aufschluss gegen könnte über ihre Zunftsatzungen und Zunftarbeit.

Die Weber:
Ihre Organisation war die größte. Schon im 14. Jahrhundert hatten sich von Köln, wo ein blutiger Kampf zwischen den Geschlechtern und den Zünften ausgebrochen war, zahlreiche Weber nach Wipperfürth geflüchtet und dort ihr Handwerk weiter ausgeübt. Um die Mitte des 17. Jahrhunderts gab es in der Stadt und dem Kirchspiel 150 Weber, die das Handwerk allein oder neben ihrer Landwirtschaft betrieben. Ihre Vereinigung hieß „die löbliche Bruderschaft des Wollenhandwers“ oder „Ampt der Wüllen-wever“ oder „fraternitas textorum“ 1803 löste sich die Bruderschaft auf.

Die Metzger:
Ob die Metzger, auch Fleischhauer oder Schlächter genannt, eine Zunft bildeten ist nicht festzustellen, wohl aber unterstanden sie der Kontrolle des Stadtrates, denn ohne Erlaubnis durften die Metzger nicht schlachten.

Die Bäcker:
Obwohl es 1747 nur 5 Bäcker in der Stadt gab, waren sie zunftmäßig organisiert. Ein Ratsprotokoll von 1736 erwähnt eine „Bäckerzunft“. Ein Zunftbuch fehlt, jedoch genügen die in verschiedenen Ratsprotokollen hier und da verstreuten Angaben, um einen Einblich in ihr Zunftleben zu gewinnen.

Die Hutmacher:
Laut Überlieferungen sollen in der Stadt um 1350 auch Hutfabriken bestanden haben. Die Hutmacher sind nur in einem Ratsprotokoll von 1749 kurz erwähnt. Die letzte Hutfabrik war auf der Kluse. Über Lübeck wurde mit den Filzhüten ein lebhafter Handel mit den nordeuropäischen Staaten getrieben.

Die Zünfte der Stadt leisteten in materieller und religiöser Hinsicht großes für das Handwerk, gingen aber um die Wende des 18. Jahrhunderts ein. Der preußische Staat hob 1810 den Zunftzwang auf und gewährte Gewerbefreiheit aufgrund eines Gewerbescheins, musste aber bald diese Freiheit einschränken um den Handwerkerstand zu stützen.