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Suche nach dem Prägeort der vieldiskutierten goldenen Schilde  

Werner Breuer, langjähriger Münzmeister der Stadt Wipperfürth,  hat im Dezember einen sehr interessanten Diskussionsbeitrag veröffentlicht. 

Graf Adolf V. von  Berg  erhielt  durch  König Rudolf von Habsburg durch Urkunde vom 26.o3.1275 das Recht verliehen, seinen bis dahin in Wildberg betriebenen Münzstandort offiziell nach Wipperfürth zu verlegen und in Wipperfürth offiziell Münzen zu prägen. Wipperfürth war damit  von 1275 bis 1360 Münzstätte.  Die Münzstätte wurde 1360 nach Mülheim verlegt.

Durch Urkunde vom 27.o7.1328 erteilte Kaiser Ludwig der Bayer Graf Adolf VI. von Berg das Recht, in seiner Münzstätte Wipperfürth Tournosen zu prägen. Wipperfürth ist damit in den Rang einer Reichsmünzstätte erhoben worden.

Kaiser  Ludwig IV. der  Bayer ließ um 1338 Goldmünzen Ecu’dor/Goldener Schild prägen. Als Münzstätte galt lange Zeit Antwerpen. In der Wissenschaft wird dies zumindest in Frage  gestellt. Werner Breuer merkt dazu an: Die Reichsmünzstätte Wipperfürth kann als Prägeort in damaliger Zeit die goldenen Schilde geschlagen haben!

Während des hundertjährigen Krieges zwischen England und Frankreich musste sich der  englische König Eduard III. hoch verschulden. Er hat dafür die große englische Königskrone verpfändet. Eine Gruppe von 13 Hansekaufleuten mit Tidemann Lemberg aus Dortmund und  den aus Wipperfürth stammenden Brüdern Johann und Tyrus von dem Walde  hat hierfür gebürgt. Mit den von Kaiser Ludwig IV. der Bayer geprägten  goldenen Schilden lösten die Hansekaufleute, darunter, wie erwähnt, auch Kaufleute, die aus Wipperfürth stammten,  am 23.05.1343 die englische Königskrone Eduard III.  mit 45.ooo Gulden („mit dem Schilde“ wieder aus.

Wenn sich die Theorie von Werner Breuer in der Fachwelt bestätigen würde, hätten Wipperfürther Hansekaufleute unter Verwendung von in Wipperfürth geschlagenen Münzen, den sog. goldenen Schilden, mit dazu beigetragen, die große englische Königskrone für Eduard III. wieder auszulösen.