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Geschichte der Stadt Surgères  

Die Entstehung von Surgères

Surgères wurde ursprünglich von Karl dem Kahlen, einem Enkel Karls des Großen, im 11. Jahrhundert gegründet. Um seine Güter vor normannischen Überfällen zu schützen, ließ er seine Befestigungsanlage "Castrum Surgeriacum" aus Stein und Holz am Rande des Moores bauen.

Nach dem Niedergang des Karolingerreiches wurden die Grafen von Poitiers die Herren der Region um Surgères, die heute den Namen Aunis trägt. Guillaume Maingot, ein Soldat, wurde der erste Stadthalter. Er führte die Region zu wirtschaftlicher Blüte. Ein Teil des Landes wurde der Abtei Maillezais überlassen. Die Mönche errichteten die Priorei Saint Gilles.

Zweihundert Jahre später war aus der Festung eine Stadt mit blühendem Wirtschaftsleben geworden. Die Herren von Surgères waren bedeutende Personen des Parlaments der Region Saintonge. Sie ließen die frühere Festung zu einem Schloss mit ausgedehnten Verteidigungsanlagen ausbauen und die Mönche von Vendôme wurden von ihnen angewiesen unmittelbar neben dem Schloss die Kirche "Notre Dame de Surgères" zu errichten.

Wie die gesamte Region, so profitierte auch Surgères von der Heirat der Eleonore von Aquitanien, Gräfin von Poitiers, mit dem künftigen englischen König Heinrich II. (1152). Nach dem Ende des 100jährigen Krieges bestrafte der französische König Karl VII. das Gebiet hart, indem er die Handelsprivilegien aufhob. Wirtschaftlich bedeutete das für die Region einen gewaltigen Einbruch. Handel und Bevölkerungszahlen gingen rapide zurück. Die im 16. und 17. Jahrhundert folgenden Religions- und Bauernkriege ließen das Land zusehends verarmen. Zeit und Geduld waren nötig um eine Verbesserung zu erreichen.

Den ersten Herren von Surgères, den Maingots, folgten durch Heirat die Clermonts und Fonsèques. Aus dieser letztgenannten Familie stammt Hélène, auch „Belle Hélène“ genannt. Die Wiege der späteren Hofdame der Catherine de Médicis stand in Surgères. Der berühmte Dichter Ronsard (1524-1585) verehrte sie Zeit seines Lebens und sie war seine Muse.

Er verewigte sie durch die berühmten Verse:

Surgères gelangt wieder zu einem gewissen Wohlstand, bevor die Stadt den 50jährigen Religionskrieg durchmachte. Die sehr begehrte Festung wird durch die Kalvinisten entlarvt und von Trupps der Katholiken besetzt. Surgères geht niedergeschmettert aus dem anschließenden Umsturz von La Rochelle im Jahre 1628 hervor. Infolge der Revolution (1789) wurden die letzten Herren von Surgères, die La Rochefoucauds, gezwungen, ihre Ländereien an die Bürger abzutreten.
Der Feudalismus wurde durch ein ländliches Bürgertum abgelöst.

Das "goldene Zeitalter" der Stadt Surgères brach danach an, denn Weinbau und Destillation brachten neuen wirtschaftlichen Aufschwung, bis 1878 die Reblaus alles in wenigen Monaten zerstörte. Zehn Jahre später, dank Eugène Biraud, erhielt Surgères erneuten Aufschwung durch die Gründung eines Molkereiverbandes. Eine Schule für Milchverarbeitungsbetriebe entsteht in der Folgezeit. Heute ist Surgères weithin bekannt für seine Qualitätsbutter.

 

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