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Agathaberg / Dohrgaul  

Agathaberg und Dohrgaul

Agathaberg erhielt auf Grund eines Gelübtes nach dem großen Stadtbrand von 1456 eine Kapelle zu Ehren der Hl. Agatha. Von dieser 1477 errichteten "steynen capelle" ist das Chor noch erhalten. 1895 wurde ein neuer Turm erbaut und 1894 das Langhaus erneuert. 1909 wurde die Kapellengemeinde selbständig. Bis dahin ging alljährlich eine Sakramentsprozession am Dreifaltigkeitssonntag von Wipperfürth nach Agathaberg.

Das Kirchdorf Agathaberg liegt ca. 370 m hoch auf der Wasserscheide zwischen Gaulbach und Sülz. Um die Kapelle herum siedelten sich, vornehmlich mit dem Fortschreiten der Waldrodungen und der Gewinnung ackerbaufähigen Landes, Bauern und Waldrodungsarbeiter an.

Die Kapelle wurde gegen Ende des 19. Jahrhunderts für die Rektoratsgemeinde zu klein. So wurden 1894 die Pläne für die heutige neugotische Kirche gefasst, die 1903 eingeweiht wurde. Sie enthält verschiedene interessante Ausstellungsstücke aus der alte Kirche. Besonders erwähnenswert sind die kleine achtseitige Kanzel (16. Jahrhundert), die mit spätgotischem Maßwerk bedeckten Seitenwände, eine Holzfigur der Mutter Gottes mit dem Jesuskinde aus dem 15. Jahrhundert, eine weitere Sitzfigur des heiligen Meternus aus der Zeit um 1400, die großen bleiverglasten Fenster und an verschiedenen Stellen kunstvolle Ausmalungen der Wände.

Agathaberg hat eine katholische Grundschule mit Turnhalle und einen Sportplatz.

Die Ortschaft Dohrgaul mit etwa 250 Einwohnern liegt an der Höhenstraße nach Marienheide. Eine ganze Reihe von umliegenden Höfen hat Bezeichnungen mit der ungewöhnlichen Endsilbe "-gaul".

Die Endsilbe „gaul“ verführt schnell zu der irrigen Annahme, Dohrgaul habe seinen Namen dem Gaul/Pferd zu verdanken; dem ist jedoch nicht so.

Die Silbe „gaul“ kommt in der Bedeutung -Senkung mit Wasser, feuchte Niederung, Sumpf, - schon im älteren niederdeutschen, ebenso im sächsischen goll, goell = Sumpf, vor.

Der Ort Dohrgaul selbst dürfte sich aus einem bäuerlichen Gut entwickelt haben, welcher sich bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts zu einer Art Handwerks- und Gewerbezentrum in bäuerlicher Umgebung entwickelte.

 

Es wird von Schmieden, Stellmachereien, Schreinereien, Schustern und Kolonialwarengeschäften berichtet. Ein wassergetriebenes Mühlwerk am Gaulbach bearbeitete das angelieferte Getreide und versorgte nicht nur die Bauern, sonder auch die Bäckereien im Umkreis mit Mehl. Vom Mühlenteich aus gewann man schon kurz nach 1900 per Wasserantrieb Energie. Die Bürger waren stolz, schon zu damaliger Zeit für ihre Haushalte Strom zu erhalten, mit dem dann auch die Maschinen angetrieben wurden. Auf dem Gelände des Hofes Dohrgaul befand sich eine Schnapsbrennerei, an der heute nur noch ein Schornstein erinnert.

Bis zur großen Schulreform Ende der 60er Jahre, der viele Dorfschulen zum Opfer fielen, besaß Dohrgaul eine eigene Schule. Hier ist heute der einzige kommunale Kindergarten Wipperfürths untergebracht.

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