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Luftschutzzelle  

Ein Zeugnis der Militärgeschichte des 20. Jahrhunderts

Im Außenbereich von Wipperfürth nahe der B 506 befindet sich ein Relikt aus dem 2. Weltkrieg, das zu Beginn des Jahres unter Denkmalschutz gestellt wurde.

Es handelt sich um eine Kleinbunkeranlage, die vom Vater des jetzigen Eigentümers 1941 gekauft und auf dem Hofgelände des landwirtschaftliches Betriebes aufgestellt wurde - als Zufluchtsort für seine Familie; offiziell nur für 2 Personen ausgelegt konnten bis zu 6 Personen darin Schutz finden.

Diese sogenannten Einmannbunker aus Stahlbeton wurden während des 2. Weltkriegs für den Personenschutz bei Luftangriffen hergestellt. Sie kamen überall dort zum Einsatz, wo Arbeitsabläufe und dienstliche Pflichten das Aufsuchen der üblichen Luftschutzanlagen nicht zuließen. Es war aber auch möglich, sie für den Privatgebrauch zu erwerben.

Die von verschiedenen Firmen hergestellten Typen mussten gemäß § 8 Reichsluftschutzgesetz bestimmte Rahmenbedingungen erfüllen, z.B.: Splitterschutz durch 150 mm starke Betonummantelung, Verankerung im Boden durch Erdsporne als Sicherung gegen Umwerfen, ungehinderter Ein- und Ausstieg (durch zwei gegenüberliegende Türen), Sehschlitze zur Beobachtung und zur Be- und Entlüftung, Platz für 2-3 Personen.

Der Kleinbunker in Holte wurde in einem Betonwerk am Rhein, möglicherweise in Niederbreisig, hergestellt. Er ist bisher der einzige seiner Art, der im Bundesgebiet unter Denkmalschutz gestellt wurde.

Sein Denkmalwert besteht in seiner Bedeutung für die Geschichte des Menschen als Zeugnis der Militärpolitik und -technik des 20. Jh.

Dank der Bereitschaft des Eigentümers steht der sogenannte Einmannbunker der Allgemeinheit zur Besichtigung zur Verfügung.


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