Suche

Thier  

Festes Haus, vom keltischen "Duru" - Thier

Der Name Thier deutet auf ehemals vorherrschende Bewaldung von Tal und Höhen hin: 1447 Tyre, 1631 Tyre, 1631 Thyro = Wald an, vom altsächsischen "Dara", "Dera", "Der" = Wald und O = Au. 1781 heißt die Kapelle "Bey der Thyr"

Nach einer keltischen Deutung ist Thier = festes Haus, vom keltischen "Duru".

Die Geschichte des Dorfes, in dem ungefähr 600 Bürger wohnen, ist eng mit der dortigen katholischen Kirche verbunden. Sie war ursprünglich eine „Filiale“ der St. Nikolaus-Kirche in Wipperfürth. Wegen der weiten Kirchwege wurde auf halber Strecke zwischen Ommerborn und Wipperfürth in Unterthier ein Kreuz mit Betschemel und eine Bank zum Gebet und zur Rast errichtet. Später wurde dort eine Kapelle gebaut, die 1447 erstmals urkundlich erwähnt wird. Um 1750 verlegt man sie wegen häufiger Überschwemmungen des Flosbaches nach Oberthier.

Die jetzige neugotische Kirche wurde 1895 auf dem damaligen Kirchhof nördlich der alten Kirche gebaut. Besonders sehenswert sind eine Mutter-Gottes-Statue mit dem Leichnam Christi aus dem Jahre 1450, ein bronzener Kronleuchter aus dem Jahre 1640 und der neugotische holzgeschnitzte Hochaltar.

Der alte Friedhof - unmittelbar hinter der Kirche - wurde 1795 terassenförmig angelegt. In seinen Umfassungsmauern, den beiden Freitreppen und dem Missionskreuz ist er ein Zeichen alter Dorfkultur.

Ein besonders seltenes und von Fachleuten geschätztes Stück stellt der gusseiserne Korpus des Missionkreuzes dar. Nach der Anlegung des neuen Friedhofes um 1910 verwilderte der alte Kirchhof. Die Dorfgemeinschaft versetzte ihn 1975/76 wieder in einen gepflegten Zustand. Er erinnert mit seinen alten Grabdenkmälern an die Vorfahrens dieses Marktfleckens.

Die Anlage des Dorfkerns (Straßendorf) aus dem 18. Jahrhundert mit schieferverkleideten Häusern ist bis heute erhalten geblieben. Hieran schließen sich neu Ein- und Zweifamilienhäuser mit schmucken Vorgärten an.

Dorfplatz, Dorfgemeinschaftshaus mit Festsaal, Jugendheim, unterirdischer Schießstand und Kegelbahn entstanden in Eigenleistung der Thierer Dorfgemeinschaft. Auch am Bau des Sportplatzes und der Turnhalle waren die Thierer Bürger maßgeblich beteiligt. Grundschule und Kindergarten erweiterten das vorbildlich Spektrum der Dorfstruktur.

Mit zur Dorfgemeinschaft gehört auch Ommerborn, mit dem 1922 erbauten Eucharistiner-Kloster. Es diente den Neueintretenden als Noviziatshaus und den kranken Religiösen als Erholungsheim. Seit 1953 werden im Kloster Ommerborn Einkehrtage abgehalten. Ganz in der Nähe lädt ein Hochaltar zur Besinnlichkeit ein.

nächste Station Wipperfeld